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Aktuelle Hinweise zur Umsetzung der Corona-Verordnungen der Stadt Chemnitz

Nach dem Bund-Länderbeschluss vom 28.10.2020 bleiben die Sporthallen der Stadt Chemnitz vom 02.11.2020 bis zum 30.11.2020 für jeglichen Trainings- und Spielbetrieb geschlossen. Über eine eventuelle Verlängerung dieser Maßnahme entscheiden die maßgeblichen Gremien Mitte November.

gruber kmstHallo Nicolas! Dein Name ist in Chemnitz und Umgebung unweigerlich mit aktiver Nachwuchsförderung im Handball verbunden. Nun wurde noch der HC Buteo gegründet, dem du als Vizepräsident und Sportlicher Leiter unterstehst. Was treibt dich an? Und welche Ziele verfolgst du mit Buteo?

Gruber: Zunächst bereitet es mir erst einmal unfassbar viel Freude mit Kindern und Jugendlichen der gemeinsamen Leidenschaft Sport nachzugehen. Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man seine eigene Handschrift im Spiel der Jungs zum Beispiel durch bestimmte Bewegungen oder eine besondere Finte wiederentdeckt. Am schönsten ist es zu sehen, wenn nach einiger Zeit der ein oder andere auch neben mir auf der Platte steht oder ich bei ihren Spielen als Zuschauer oder im Liveticker mitfiebern kann.

Außerdem bin ich auch leidenschaftlicher Chemnitzer und mir ist es ein großes Anliegen, den Handball hier in der Region Chemnitz nach und nach weiter zu etablieren. Damit dies auch nachhaltig gelingen kann, ist es wichtig, für alle unsere Nachwuchssportler passend zu ihren Ambitionen eine sportliche Heimat zu finden. So betreiben wir bei der HSG Chemnitz, aber auch viele andere Vereine, wie z.B. der HV Grüna, Burgstädter HC oder der BSV Limbach-Oberfrohna) tolle Arbeit bei der breitensportlichen bis hin zur leistungsorientierten Ausbildung der Jungs. Der HC Buteo Chemnitz bietet mit dem Leistungssport im Jugendbereich das noch fehlende Puzzleteil in der Region und soll für die Talente aus dem Chemnitzer Umkreis eine Anlaufstelle werden.

 

 

Chemnitz soll nach Leipzig, Aue und Dresden eine weitere Kraft im Nachwuchshandball in Sachsen werden. Wie gehst du dieses Ziel an und welche Weichen wurden bei Buteo bereits gestellt?

Gruber: Wir wollen uns mit den Besten in Sachsen messen, dazu brauchen wir natürlich auch Strukturen, die das ganze ermöglichen. In dem Moment, wo ein Kind mindestens vier mal in der Woche trainiert, muss aufgepasst werden, dass andere Bereiche wie Gesundheit, charakterliche und schulische Entwicklung nicht zu kurz kommen, damit ein solches Trainingspensum überhaupt möglich ist. Deswegen haben wir bei Buteo als erstes Strukturen geschaffen, die es uns ermöglichen, nicht nur auf dem Handballparkett mit den Jungs zu arbeiten. Mit Dr. Agnes Klafki konnten wir eine Ärztin für uns gewinnen, die sich um die sportmedizinische Betreuung unserer Nachwuchsathleten kümmert und mit Constance Gruber eine Lehrerin, die uns bei der pädagogischen und schulischen Betreuung zur Seite steht. Damit war es uns möglich, bereits die ersten wichtigen Schritte in die richtige Richtung zu gehen.

 

In der Saison 2020/21 geht der HC Buteo erstmals mit einer D-Jugend-Mannschaft in den Spielbetrieb. Was steht bis zum Saisonstart noch auf deiner To-Do-Liste? Und welche Erwartungen hast du an die kommende Saison?

Gruber: Zunächst haben uns vor allem die administrativen Hürden der Vereinsgründung sehr viel Zeit und Energie gekostet. Allerdings haben wir es vor allem dank Nicole, Hendrik und Lars geschafft, in kürzester Zeit die Neugründung abzuwickeln, sodass wir sogar schon in den Meldelisten für die nächste Saison zu finden sind. So haben wir nur noch ein paar kleine Hausaufgaben in diesem Bereich zu erledigen, um dann auf die nächste, schon jetzt besondere, Saison perfekt vorbereitet zu sein.

Sportlich gesehen treten wir in der Altersklasse der U 13 mit einem rein jüngeren Jahrgang in der höchstmöglichen Spielklasse, der Sachsenliga, an. Da besonders in den noch frühen Altersklassen die altersbedingte Körperlichkeit entscheidend ist, werden wir es mit dem sehr jungen Team nicht leicht haben. Dafür haben wir aber die Möglichkeit, schon jetzt viele wichtige Erfahrungen für die kommenden Spielzeiten zu sammeln.

 

Aufgrund der aktuellen Lage rund um die Corona-Krise ist ein Mannschaftstraining derzeit nicht möglich. Welche Vorbereitungen zur Saison können unabhängig davon getroffen werden und wie halten sich z.B. die jungen Spieler fit?

Gruber: Aktuell wackeln leider Turnierteilnahmen, Mannschaftstraining und Trainingslager im Rahmen der Saisonvorbereitung. Damit die Jungs weitestgehend fit bleiben, haben sie vom Trainerteam individuelle Trainingspläne erhalten, um sich auch unter den derzeitigen Umständen weiterentwickeln zu können.

 

Unter welchen Bedingungen kann die Vision des Vereins, sich perspektivisch als Nachwuchsleistungszentrum in Sachsen in den nächsten Jahren zu etablieren, gelingen?

Gruber: Auch hier sind wieder unsere Strukturen im Verein gefragt. Über ein Lizenzierungsverfahren vergibt der DHB das Zertifikat eines Nachwuchsleistungszentrums. Es gibt einen großen Katalog an Kriterien, den es in den nächsten Jahren gilt nach und nach sauber abzuarbeiten, um perspektivisch an der Ausschreibung teilzunehmen. Unser erstes Etappenziel wird sein, eine hauptamtliche Stelle im Verein für die Leitung und die Koordination der Nachwuchsabteilung zu schaffen. Ebenfalls möchten wir unsere Schulkooperationen weiter vertiefen, es sollen noch mehr Kinder an weiteren Grundschulen im Rahmen der AG - Arbeit für unsere Sportart begeistert werden. Auch an weiterführenden Schulen möchten wir versuchen, für unsere Nachwuchsspieler während des Vormittagsunterrichts Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Außerdem haben wir zum Ziel, unsere Zusammenarbeit mit den Vereinen aus dem Umland weiter auszubauen.

 

Wie könnte perspektivisch eine Kooperation mit den anderen Leistungszentren in Sachsen aussehen?gruber kaufhof

Gruber: Wir kooperieren natürlich schon mit den Vereinen aus dem Umland. So können wir über Zweitspielrechte talentierten Spielern aus der Region die Möglichkeit geben, zusätzlich zum Spielbetrieb beim Heimverein sich auf den größeren Bühnen zu präsentieren und für Auswahlmaßnahmen zu empfehlen, ohne dabei den Verein vollständig wechseln zu müssen. Zusätzlich veranstalten wir mit anderen Talentstützpunkten wie dem SC DHfK Leipzig oder dem HC Elbflorenz aus Dresden interne Leistungsvergleiche, damit sich unsere Spieler permanent mit den Besten des Landes messen können.

 

Um den Jugendhandball in Chemnitz nachhaltig zu etablieren und weiterzuentwickeln ist Buteo unter anderem auch auf Sponsorengelder angewiesen, um beispielsweise Hallenzeiten, Trikots oder Trainingslager zu finanzieren und eine hauptamtliche Trainerstelle zu schaffen. Wie wollt ihr das angehen, um zukünftige Sponsoren von der Idee des Vereins zu überzeugen?

Gruber: Ich bin sicher, dass es viele potenzielle Sponsoren und Unterstützer in Chemnitz gibt, die uns bei unserer Arbeit auch nach Corona unterstützen möchten. Der Schlüssel zu guter Nachwuchsarbeit ist die Nachhaltigkeit. Gelder, auf die wir wie jeder andere Verein auch angewiesen sind, benötigen wir jedes Jahr aufs neue, denn Trainingslager, Hallenzeiten und Trainer müssen regelmäßig und nicht einmalig bezahlt werden. Wir sind also auf der Suche nach Partnern, die von unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen überzeugt sind, denn nur dann werden sie uns auch langfristig begleiten.Um genau solche Sponsoren, Spender und andere Geldgeber zu finden, haben wir eine breite Palette an Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen. Zum einen haben wir ein umfassendes Sponsorenkonzept erstellt und illustriert, außerdem bieten wir auch eine Fördermitgliedschaft an, bei der uns jeder mit 10 Euro monatlich unterstützen kann. Natürlich freuen wir uns über jede zusätzliche kleinere und größere Spende. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesen Mitteln und Möglichkeiten auch weitere Unterstützer von unseren Ideen und Projekten begeistern können.

 

Was wünscht du dir noch für die Zukunft?

Gruber: Ich würde mir wünschen, dass wir von der Stadt Chemnitz bei der Realisierung unserer Vorhaben ein bisschen Unterstützung bekommen. Denn wenn es um die Vergabe von den so wichtigen Hallenzeiten geht, steht der Handball in Chemnitz leider zu oft ganz hinten an. Es bekommt nur der Hallenzeiten, der sie schon immer hatte. Das bedeutet für viele Vereine, die deutlichen Zuwachs an Kindern haben, einen Mangel an Hallenzeiten und führt zu Zuständen, wo bis zu drei Mannschaften gleichzeitig trainieren müssen – das ist Chaos! Ich hoffe, dass mit Hallenneubauten sich die Lage bald wieder ein bisschen entspannt, für ein teures Fußballstadion war schließlich auch Geld da.

 

Vielen Dank für dein großes Engagement und das Gespräch und bleib gesund!