Bitteres Qualifikationswochenende in Eisenach – U17 verpasst nächste Runde
MHV-Vorrunde B-Jugend Bundesligaqualifikation
Nach der erfolgreichen Qualifikation im vergangenen Jahr ging unsere U17 mit viel Vorfreude und einer motivierten Mannschaft in die diesjährige Jugendbundesliga-Qualifikation. Bereits am Freitag reisten wir nach Eisenach, um bestmöglich vorbereitet in das Turnier zu starten. Im Modus „Jeder gegen Jeden“ trafen wir dort auf den Gastgeber ThSV Eisenach, den Zweitliga-Nachwuchs aus Dessau sowie das Leistungszentrum aus Jena. Die Ausgangslage war klar: Platz eins bedeutete die direkte Qualifikation, Rang zwei und drei hätten die nächste Runde ermöglicht, Platz vier das sofortige Aus.
Leider entwickelte sich das Wochenende für uns unglaublich schmerzhaft und bitter. Und so ehrlich muss man sein: Anders lässt es sich kaum beschreiben. Am Ende waren es die berühmten Kleinigkeiten, die auf diesem Niveau über Erfolg oder Misserfolg entscheiden – und genau diese Kleinigkeiten waren an diesem Wochenende nicht auf unserer Seite. Ob technische Fehler, unsaubere Abschlüsse, kleine Unkonzentriertheiten in Drucksituationen oder einfach das notwendige Quäntchen Glück: Vieles lief denkbar knapp gegen uns.
Auftaktniederlage gegen Dessau
Zum Start wartete mit Dessau direkt ein bekannter Gegner aus den hitzigen Duellen der vergangenen Jugendbundesliga-Saison. Das Endergebnis fiel letztlich deutlicher aus, als es der Spielverlauf widerspiegelte. Bis etwa zehn Minuten vor Schluss waren wir beim 17:18 noch voll im Spiel. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir allerdings bereits 14 Fehlwürfe zu verzeichnen – am Ende standen insgesamt 19 Fehlwürfe auf dem Statistikbogen. Immer wieder scheiterten wir, teils frei vor dem Tor, am stark aufgelegten Dessauer Schlussmann.
Dabei hatten wir vieles von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Sicherlich fehlte es stellenweise an Konsequenz in der Abwehr, an Klarheit im Abschluss und an Sauberkeit in technischen Details. Trotzdem waren wir über weite Strecken absolut auf Augenhöhe. Weil wir am Ende alles riskieren mussten, fiel die Niederlage deutlicher aus, als es das Spiel verdient gehabt hätte.
Großer Kampf gegen Jena
Nur zwei Stunden später wartete bereits die nächste schwere Aufgabe gegen das Leistungszentrum aus Jena – eine Mannschaft mit enorm viel Qualität. Nach der bitteren Auftaktniederlage war die mentale Ausgangslage alles andere als einfach. In einem solchen Turnier bleibt kaum Zeit, Enttäuschungen zu verarbeiten.
Auch gegen Jena erwischten wir keinen guten Start und lagen früh mit 1:4 zurück. Drei technische Fehler zu Beginn brachten uns direkt ins Hintertreffen. Am Ende verloren wir das Spiel unglücklich mit zwei Toren – die restlichen 35 Minuten konnten wir sogar mit einem Treffer Vorsprung gestalten. Wieder entschieden Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage.
Der Mannschaft kann man kämpferisch und von der Einstellung her überhaupt keinen Vorwurf machen. Nach der ersten Enttäuschung zeigte das Team Moral, kämpfte sich zurück und hatte mehrfach die Chance, das Spiel zu drehen. Doch auch hier fehlte uns in entscheidenden Situationen das nötige Glück. Zwei Zeitstrafen in den letzten sechs Minuten erschwerten die Aufholjagd zusätzlich.
Alles oder nichts gegen Eisenach
Mit zwei Niederlagen ging es am Abend zurück ins Hotel. Trotzdem ließ sich die Mannschaft nicht entmutigen. Im letzten Spiel gegen Gastgeber Eisenach war die Ausgangslage eindeutig: Der Sieger zieht weiter, der Verlierer scheidet aus.
Doch erneut erwischten wir keinen optimalen Start. Die Anfangsphase war ausgeglichen, ehe sich Eisenach Stück für Stück absetzen konnte. Wieder waren es diese kleinen Fehler, die uns das Leben schwer machten – einfache Ballverluste, Fehlwürfe und unglückliche Situationen. Gleichzeitig muss man anerkennen, dass Eisenach gegen uns nahezu fehlerfrei spielte und seine Chancen konsequent nutzte.
Mit einem Sechs-Tore-Rückstand gingen wir in die Halbzeit. Direkt nach Wiederbeginn führten zwei technische Fehler dazu, dass der Rückstand zwischenzeitlich auf acht Tore anwuchs. Doch die Mannschaft zeigte erneut Charakter. Nach einer deutlichen Halbzeitansprache warfen die Jungs noch einmal alles in die Waagschale und kämpften sich beeindruckend zurück.
Über die Zwischenstände 11:17, 13:18, 16:19 und 18:20 kamen wir dreieinhalb Minuten vor Schluss beim 21:22 erstmals wieder bis auf ein Tor heran. Auch beim 22:23 blieben wir dran, ehe wir uns in der Schlussphase öffnen mussten. Eisenach blieb dort eiskalt und machte keine Fehler mehr.
Mut trotz Enttäuschung
Am Ende steht das Ausscheiden – und natürlich ist die Enttäuschung riesengroß. Dennoch kann sich die Mannschaft vieles anrechnen lassen. Die Jungs haben an diesem Wochenende alles investiert, sich trotz Rückschlägen immer wieder aufgerichtet und bis zum Schluss gekämpft.
Man muss außerdem anerkennen, dass unsere Gegner gegen uns jeweils sehr starke Leistungen gezeigt haben. Wir haben gegen konzentrierte und qualitativ starke Mannschaften gespielt und es leider zu selten geschafft, den Spielen unseren eigenen Stempel aufzudrücken.
Ein solches Turnierwochenende ist brutal intensiv – körperlich wie mental. Nach einer bitteren Niederlage nur wenige Stunden später erneut liefern zu müssen, verlangt jungen Spielern enorm viel ab. Dass dabei irgendwann auch die Köpfe arbeiten und Zweifel aufkommen, ist völlig menschlich.
Jetzt überwiegt verständlicherweise erst mal der Schmerz. Vielleicht kommt irgendwann der Moment, an dem man erkennt, wofür solche Erfahrungen gut sind. Heute tut es einfach weh. Trotzdem gilt: Kopf hoch, Jungs. Niemand macht euch einen Vorwurf. Ihr habt alles versucht – und wir gehen den Weg gemeinsam weiter.
Unsere Turnierergebnisse:
NSG Aue-Chemnitz – DRHV 06 22:29 (9:12)
HBV Jena 90 – NSG Aue-Chemnitz 22:20 (10:9)
NSG Aue-Chemnitz – ThSV Eisenach 23:26 (8:14)
Für die NSG Aue-Chemnitz am Ball: König, A., Broschinski, P., Meiner, B. – Eichler, K, Müller, K., Scheithauer, T., Schwalbe F., Thies, F., Planken, A., Petzold, F., Schwentke, H., Merkel, L., Schmeltekop, P., Schmidt, J.
Autor: ©HC Buteo Chemnitz e.V. (~NG), 2026